{"id":59,"date":"2013-03-27T22:30:42","date_gmt":"2013-03-27T22:30:42","guid":{"rendered":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=59"},"modified":"2013-03-31T17:33:40","modified_gmt":"2013-03-31T17:33:40","slug":"fehlerfreundlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=59","title":{"rendered":"Fehlerfreundlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<style><!--\n\/* Font Definitions *\/\n@font-face\n\t{font-family:\"Times New Roman\";\n\tpanose-1:0 2 2 6 3 5 4 5 2 3;\n\tmso-font-charset:0;\n\tmso-generic-font-family:auto;\n\tmso-font-pitch:variable;\n\tmso-font-signature:50331648 0 0 0 1 0;}\n@font-face\n\t{font-family:Calibri;\n\tpanose-1:0 2 15 5 2 2 2 4 3 2;\n\tmso-font-charset:0;\n\tmso-generic-font-family:auto;\n\tmso-font-pitch:variable;\n\tmso-font-signature:50331648 0 0 0 1 0;}\n \/* Style Definitions *\/\np.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin:0cm;\n\tmargin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";}\ntable.MsoNormalTable\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";}\np.Standa, li.Standa, div.Standa\n\t{mso-style-name:Standa;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmargin-top:0cm;\n\tmargin-right:0cm;\n\tmargin-bottom:10.0pt;\n\tmargin-left:0cm;\n\tline-height:115%;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:11.0pt;\n\tfont-family:Calibri;\n\tmso-fareast-language:EN-US;}\n@page Section1\n\t{size:595.3pt 841.9pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:35.4pt;\n\tmso-footer-margin:35.4pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:\n--><\/style>\n<p>Immer wieder wird behauptet, in Deutschland und damit auch in der deutschen Wirtschaft mangele es an einer Kultur der Fehlerfreundlichkeit. Das mag auf einige oder sogar viele Unternehmen zutreffen. Als Pauschalaussage ist es vermutlich verkehrt. Viel interessanter ist jedoch die Frage, ob ein Unternehmen eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit \u00fcberhaupt anstreben sollte. Eigentlich leuchtet solch eine Zielsetzung im ersten Moment nicht ein.<!--more--><\/p>\n<p>Als Kunde jedenfalls w\u00fcnsche ich mir nicht, dass Produkte, die ich kaufe, voller Fehler sind: Uhren, die schnell den Geist aufgeben, Staubsauger, die nur die H\u00e4lfte saugen, Autos, deren ABS im Zweifelsfall nicht greift.<\/p>\n<p>Unternehmen, die Fehler machen, werden sich dauerhaft am Markt nicht behaupten, weil Kunden ihre Produkte nicht kaufen. Sollte dann nicht eher eine Kultur des Perfektionismus angestrebt werden?<\/p>\n<p>Nun ist es so banal wie wahr: In Unternehmen arbeiten Menschen \u2013 und Menschen machen Fehler. Die Frage stellt sich also gar nicht, ob Perfektion als Dauerzustand erreichbar ist. Vielmehr stellt sich die Frage, wie in einem Unternehmen mit den Fehlern umgegangen wird, die nun einmal passieren.<\/p>\n<p>Wo Fehler als M\u00f6glichkeit gar nicht in Betracht kommen, funktioniert die gelebte Unternehmenskultur in der Regel wie ein Schwarze Peter-Spiel. Blo\u00df nicht erwischen lassen und den Schwarzen Peter dem N\u00e4chsten zuschieben. Am Ende verliert der, der nicht schnell oder geschickt genug ist \u2013 oder keine Lust hat, sich an solch einem Spiel zu beteiligen. Im Volksmund spricht man dann auch vom S\u00fcndenbock.<\/p>\n<p>Das Problem ist jedoch, dass der Fokus sich verschiebt. Statt sich den eigentlichen Aufgaben zu widmen, geht viel Zeit und Kraft dabei drauf, den S\u00fcndenbock zu finden. Wie viel Energie wird tagt\u00e4glich in deutschen Unternehmen damit verschwendet, Fehler zu vertuschen und weiter zu schieben? Es w\u00e4re interessant, hierf\u00fcr einmal den volkswirtschaftlichen Schaden zu berechnen. Er d\u00fcrfte betr\u00e4chtlich sein.<\/p>\n<p>W\u00e4re es hingegen nicht ein echter Gewinn, die Fehlersuche gemeinschaftlich zu betreiben und dabei eine gewisse N\u00fcchternheit und Kollegialit\u00e4t walten zu lassen? Fehler als Lernbeispiele heranzuziehen, um Dinge in Zukunft ein klein wenig besser zu machen?<\/p>\n<p>Die Voraussetzung daf\u00fcr ist jedoch, dass man sich eingesteht, ein fehlbarer Mensch zu sein. Das mag f\u00fcr manche schwer sein, setzt einen am Ende jedoch innerlich frei. Es nimmt den Fehlern die Macht \u2013 die Macht dar\u00fcber, mich grundlegend zu definieren, meinen Wert, meine Existenzberechtigung, meine Vergangenheit und meine<a name=\"_GoBack\"><\/a>Zukunft.<\/p>\n<p>Christlich gesprochen: Auch als fehlbarer Mensch bin ich geliebt. Denn nicht meine Fehler bestimmen, wer ich bin. Gott tut es, der mich sein geliebtes Kind nennt. Das bleibe ich, egal, ob mir\u2019s nun gelingt oder nicht. Das ist die gute Nachricht, nachzulesen in der Bibel, etwa sehr prominent in der Geschichte vom Verlorenen Sohn (Lukasevangelium, Kapitel 15). Mit gutem Grund ist vielen Menschen diese biblische Geschichte besonders wertvoll. Was aber w\u00e4re m\u00f6glich, wenn in Unternehmen ausgehend von dieser Geschichte eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit einge\u00fcbt w\u00fcrde?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Immer wieder wird behauptet, in Deutschland und damit auch in der deutschen Wirtschaft mangele es an einer Kultur der Fehlerfreundlichkeit. Das mag auf einige oder sogar viele Unternehmen zutreffen. Als Pauschalaussage ist es vermutlich verkehrt. Viel interessanter ist jedoch die Frage, ob ein Unternehmen eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit \u00fcberhaupt anstreben sollte. 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