{"id":476,"date":"2021-06-13T10:50:00","date_gmt":"2021-06-13T09:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=476"},"modified":"2021-06-06T11:07:20","modified_gmt":"2021-06-06T10:07:20","slug":"muetend","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=476","title":{"rendered":"M\u00fctend"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Reisesegen auf der digitalen R\u00fcstzeit des AEU am 27.3.2021<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Freut euch in jeder Lage! H\u00f6rt niemals auf zu beten! Seid f\u00fcr alles dankbar, so will es Gott in Jesus Christus von euch.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(1.Thessalonicher 5,16-18)<\/p>\n\n\n\n<p>Geliebte AEU-Gemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eM\u00fctend\u201c \u2013 so wird inzwischen der Gem\u00fctszustand vieler in unserem Land nach einem Jahr Corona beschrieben. \u201eM\u00fctend\u201c &#8211; eine Mischung aus \u201em\u00fcde\u201c und \u201ew\u00fctend\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcde angesichts der immer gleichen Routinen und fehlender Abwechslung, m\u00fcde nach Arbeitstagen im Home Office nebst Home Schooling und Home Caring angef\u00fcllt mit einer Videokonferenz nach der anderen, m\u00fcde angesichts immer neuer Zuspitzungen der Coronalage und dem Hin und Her der Politik zwischen Lockdown und Lockerungen. Und w\u00fctend, weil es doch nicht so vorangeht, wie es doch sollte, weil die Verantwortlichen fehlen und scheitern, weil Menschen sterben, ihre Arbeit oder ihre Gesch\u00e4ftsgrundlage, verlieren, ihr Erspartes aufzehren, nicht d\u00fcrfen, wie sie wollen. \u201eM\u00fctend\u201c \u2013 Deutschland im Jahr 1 nach Corona.<\/p>\n\n\n\n<p>Und mittendrin der AEU. Ein Jahr ist es her, als wir uns das letzte Mal in diesem Kreis gesehen haben. Seither ist die Welt die gleiche und doch anders. Vor einem Jahr Arnoldshain, heute Zoom. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Oder doch?<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p>Es gibt so viele Gr\u00fcnde, auch in unserem Kreis \u201em\u00fctend\u201c zu sein. Fehlt uns nicht die Gemeinschaft, die Gespr\u00e4che am Buffet, beim Kaffee, beim abendlichen Wein? Fehlen uns nicht Gebet und Gottesdienst mit dem geteilten Brot und Wein, dem gemeinsamen Gesang und dem gemeinsamen H\u00f6ren, dem Blick auf Kreuz und Altar?<\/p>\n\n\n\n<p>Fehlen uns nicht die Zusammenk\u00fcnfte in den regionalen Arbeitsgruppen, nicht nur virtuell, sondern im real life, die so selbstverst\u00e4ndliche K\u00f6rperlichkeit des Kontakts, die uns erst wesentlich wurde, als sie nicht mehr m\u00f6glich war?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht nicht \u201em\u00fctend\u201c, aber doch traurig kann einen dies stimmen \u2013 und das trotz all dem, was in einem Jahr Corona ja auch neu wurde und gelungen war. Die WhatsApp-Gruppen und die Informationsmails verbunden mit geistlichen Impulse, die vielen digitalen und teils auch Open-Air-Zusammenk\u00fcnfte, die Video- und Telefonandachten, die gut besuchten Formate Purpose 2020 und die KI-Tagung, das Bereitschaftstelefon und die Erarbeitung eines neuen Drei-Jahres-Themas, an dem wir uns nun abarbeiten k\u00f6nnen, womit wir ja heute schon begonnen haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das mag hoffnungsfroh stimmen oder auch nicht. Ein Ersatz ist es nicht f\u00fcr das, was eben nicht sein konnte \u2013 und was schmerzlich vermisst wurde. Und schmerzlich vermisst wurde es ja, weil es uns so viele Jahre geschenkt war. Das begreifen wir jetzt, wo es nicht sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen, die nicht beten, die sich nicht zu Gottesdiensten versammeln, die nicht im Abendmahl mehr zu sehen glauben als Brot und Wein, werden diesen Schmerz nicht nachempfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier kommt eine Ambivalenz unseres Glaubens zur Sprache, die auch hinter den Worten des Paulus steht, die wir der heutigen Tageslosung entnehmen und die heute auch schon zu h\u00f6ren waren. So schreibt der Apostel der Gemeinde in Thessalonich:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eFreut euch in jeder Lage! H\u00f6rt niemals auf zu beten! Seid f\u00fcr alles dankbar, so will es Gott in Jesus Christus von euch.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn er dies schreibt, dann eben an eine im Glauben verzagte Gemeinde. Sie war zerm\u00fcrbt von Anfeindungen von au\u00dfen und zugleich von inneren Zweifeln \u2013 Zweifeln angesichts dessen, dass aus ihrer Mitte Br\u00fcder und Schwestern vom Tod eingeholt wurden, bevor der Herr, der doch den Tod besiegt hatte, zur\u00fcckkehrte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verzagtheit \u2013 und hier liegt die Ambivalenz begr\u00fcndet \u2013&nbsp;<strong>liegt im Glauben selbst begr\u00fcndet.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wegen<\/strong>&nbsp;ihres Glaubens an den Auferstandenen wurde die Gemeinde angefeindet,&nbsp;<strong>wegen<\/strong>&nbsp;ihres Glaubens verzagte sie angesichts des Todes in ihrer Mitte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Anfeindungen von au\u00dfen kennen wir \u2013 anders als Gemeinden in anderen Kulturkreisen \u2013 kaum. Aber wir wissen um den realen Schmerz, den der Tod bereiten kann. Das letzte Jahr hat uns die gewaltige Macht des Todes hautnah erfahren lassen, denn es ist sein Dunkel und sein W\u00fcten, das sich auch \u00fcber unseren Teil der Welt gelegt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\u201eDer alt b\u00f6se Feind,&nbsp;mit Ernst er&#8217;s jetzt meint;&nbsp;gro\u00df Macht und viel List&nbsp;sein grausam R\u00fcstung ist,&nbsp;auf Erd ist nicht seinsgleichen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es nun im Angesicht dieser Todesmacht Zumutung oder Ermutigung, wenn Paulus schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eFreut euch in jeder Lage! H\u00f6rt niemals auf zu beten! Seid f\u00fcr alles dankbar, so will es Gott in Jesus Christus von euch.\u201c<\/em>?<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind Worte, die einer verzagten Seele in Erinnerung rufen kann, dass \u201enichts uns trennen kann von der Liebe Gottes, weder Tod noch Leben, weder Engel noch&nbsp;M\u00e4chte noch Gewalten, weder Gegenw\u00e4rtiges noch Zuk\u00fcnftiges,&nbsp;weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns.\u201c Nichts, auch nicht Corona, auch nicht irgendein Coronamanagement, nicht irgendeine Not. Nichts kann uns trennen. Auch der Tod nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich freut, der lacht dem Tod ins Gesicht. Wer betet, der legt seine Todesangst dem zu F\u00fc\u00dfen, der den Tod erlitt und durchschritt, um diesen Weg mit ihm t\u00e4glich zu gehen. Wer dankbar bleibt, der hei\u00dft den Tod einen Dieb dessen, was ihm an Gottes guten Gaben geschenkt ist \u2013 gestern, heute und morgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern sind diese Worte ein Aufruf zu einem echten Widerstand gegen den Tod. \u201eWir Christen sind Protestleute gegen den Tod.\u201c Pointierter als der w\u00fcrttembergische Pfarrer Johann Christoph Blumhardt kann man es kaum sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es das, was wir dem \u201em\u00fctenden\u201c Gem\u00fctszustand als Christinnen und Christen im AEU jetzt entgegenhalten k\u00f6nnen? Wenn wir uns selbstverst\u00e4ndlich als Kirche begreifen, wie Friedhelm Wachs dies heute betont hat, als Kirche f\u00fcr und mit unternehmerisch verantwortlichen Menschen, dann h\u00f6re ich da einen Auftrag, einen Purpose f\u00fcr uns aus den Worten des Paulus.<\/p>\n\n\n\n<p>Also:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eFreut euch in jeder Lage! H\u00f6rt niemals auf zu beten! Seid f\u00fcr alles dankbar, so will es Gott in Jesus Christus von euch.\u201c<\/em>&nbsp;Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reisesegen auf der digitalen R\u00fcstzeit des AEU am 27.3.2021 Freut euch in jeder Lage! H\u00f6rt niemals auf zu beten! 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