{"id":474,"date":"2021-06-20T10:41:00","date_gmt":"2021-06-20T09:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=474"},"modified":"2021-06-06T11:10:03","modified_gmt":"2021-06-06T10:10:03","slug":"ist-uns-das-bewusst-wenn-wir-vom-lieben-gott-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=474","title":{"rendered":"Ist uns das bewusst, wenn wir vom lieben Gott sprechen?"},"content":{"rendered":"\n<p>Geliebte AEU-Gemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p>gerne reden wir doch vom lieben Gott, aber meinen wir damit dann den, von dem Hosea hier spricht?<\/p>\n\n\n\n<p>Hosea, der Unheilsprophet f\u00fcr Israel. Er, der Israel schalt daf\u00fcr, dass sie Gottes Liebe verschm\u00e4hten wie eine abtr\u00fcnnige Frau die Liebe ihres Mannes. Er, der dieses menschlich-g\u00f6ttliche Ehedrama am eigenen Leibe nachzuvollziehen hatte, in dem er eine ehelichte, die ihm untreu war wie das Volk seinem HERRN und Gott.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eAls Israel jung war,&nbsp;gewann ich ihn lieb und&nbsp;rief meinen Sohn aus \u00c4gypten.&nbsp;Wie ich sie auch rief, liefen sie weg von mir. Den Baalen opferten sie, und den Bildern r\u00e4ucherten sie.&nbsp;<strong>Ich<\/strong>&nbsp;aber&nbsp;<strong>hatte Ephraim laufen gelehrt und sie auf meine Arme genommen. Aber sie merkten nicht, dass ich sie&nbsp;heilte.<\/strong>\u201c&nbsp;<\/em>(Hosea 11,1-3)<\/p>\n\n\n\n<p>Intimer, verletzlicher l\u00e4sst sich kaum von Liebe sprechen als in der Intimit\u00e4t von Mann und Frau oder in der Intimit\u00e4t von Vater und Mutter im Gegen\u00fcber zu ihrem Kind, wie in diesen Versen, den Eingangsversen des alttestamentlichen Hoheliedes der Liebe. Ja, auch das Alte Testament wei\u00df sehr wohl von Gottes Liebe zu sprechen, nicht nur das Neue. Kein Wunder, denn beide Testamente sprechen doch von dem einen Gott.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p>So auch nun eben Hosea, der alte Prophet. Verschm\u00e4hte Liebe ist es, die er beschreibt. Das Kindlein, das Gott rettete, hegte und pflegte, umsorgte und heilte, das Kindlein, das so viel der Liebe erfuhr, wusste mit dieser Liebe nichts Rechtes anzufangen. Die Heilsgeschichte, begonnen im Sklavenhaus zu \u00c4gypten, findet ihr Ende im Gelobten Land, das auf absehbare Zeit keines mehr sein wird, wenn die neuen Sklavenhalter, diesmal aus Assur, in dieses Land von Norden einfallen und das Volk unterwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Trag\u00f6die, nicht un\u00e4hnlich anderer Trag\u00f6dien, die von verschm\u00e4hter Liebe in der Bibel erz\u00e4hlen. Der Sohn, der sich das Erbe des Vaters ausbezahlen l\u00e4sst, nur um es zu versaufen und zu verschenken und schlie\u00dflich mit seinem verschleuderten Leben bei den Schweinen zu landen (Lukas 15,11-32). Oder der J\u00fcnger, der am Tisch mit seinem Meister ihm noch gro\u00dfm\u00e4ulig zusichert:&nbsp;<em>\u201eHerr, ich bin bereit, mit dir ins Gef\u00e4ngnis und in den Tod zu gehen.\u201c&nbsp;<\/em>(Lukas 22,33), um sp\u00e4ter, alleine im Hof des Hohepriesters diesen seinen Meister mehrfach zu verleugnen (Lukas 22,54-62).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir vom lieben Gott sprechen, dann sollten wir das nicht vergessen: dass die Liebe dieses Gottes oft genug verschm\u00e4hte Liebe ist, nicht gut genug, nicht interessant genug, nicht sichtbar genug, nicht tragf\u00e4hig genug \u2013 f\u00fcr uns, f\u00fcr sein Volk, erw\u00e4hlt und berufen. Hinausgerufen aus den versklavenden M\u00e4chten dieser Welt als getaufte J\u00fcnger des Meisters aus Israels, wie einst sein Volk selbst, unsere gro\u00dfen Geschwister, hinausgerufen aus dem Sklavenhaus \u00c4gypten:&nbsp;<em>\u201eDu bist mein liebes Kind, an dir habe ich Wohlgefallen.\u201c&nbsp;<\/em>(Markus 1,11)<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es da wunderlich, dass Gott sie ihrem Schicksal \u00fcberl\u00e4sst, so wie es Hosea beschreibt:&nbsp;<em>\u201eEr muss zur\u00fcck nach \u00c4gyptenland, und Assur wird sein K\u00f6nig sein; denn sie haben sich geweigert umzukehren.&nbsp;Das Schwert wird in seinen St\u00e4dten tanzen und seine Wahrsager vertilgen und sie fressen um ihrer Pl\u00e4ne willen.&nbsp;Mein Volk verharrt in der Abkehr von mir. Sie rufen zu Baal, dem Hohen, doch der richtet sie nicht auf.\u201c<\/em>&nbsp;(Hosea 11,5-7) \u00dcberlassen einer fremden Macht, einem fremden Gott, der nicht helfen kann. Zur\u00fcckgelassen im Schweinestall, alleingelassen mit der Lebensl\u00fcge: \u201eIch kenne ihn doch nicht!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, es w\u00e4re nicht wunderlich, ganz und gar nicht wunderlich. Wie oft hat sich dieser Gott in seiner verschm\u00e4hten Liebe dann auch gedacht, ein neues Kapitel aufzuschlagen.&nbsp;<em>\u201eIch bin&nbsp;zornig&nbsp;auf dieses Volk und will es vernichten. Aber dich, Mose, werde ich zu einem gro\u00dfen Volk machen.\u201c&nbsp;<\/em>(Exodus 32,10) Und doch, und doch\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWie kann ich dich preisgeben, Ephraim, dich ausliefern, Israel? Wie kann ich dich preisgeben gleich&nbsp;Adma und dich zurichten wie Zebojim?&nbsp;Mein Herz wendet sich gegen mich, all mein Mitleid ist entbrannt.&nbsp;Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn noch Ephraim wieder verderben. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, heilig in deiner Mitte. Darum komme ich nicht im Zorn.\u201c<\/em>&nbsp;(Hosea 11,8f.)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie kann ich dich preisgeben?\u201c Gott bringt es nicht \u00fcbers Herz, der verschm\u00e4hte, l\u00e4cherlich gemachte, hintergangene, verlassene, belogene Gott bringt es nicht \u00fcbers Herz. Der Vater l\u00e4uft dem Sohn entgegen, als dieser sich nach Hause aufmacht, mit weit aufgerissenen Armen, und der Meister, er taucht am Strand auf und fragt seinen J\u00fcnger, den Menschenfischer: \u201eHast du mich lieb?\u201c Gott bringt es nicht \u00fcbers Herz, die Geschichte mit uns zu beenden, auch wenn wir ihr bedenkenlos ein Ende setzen, ohne mit der Wimper zu zucken.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottes Wimper zuckt, ja, auch im Zorn, der doch nichts anderes ist als Ausdruck des Schmerzes eines verschm\u00e4hten Liebhabers, einer zur\u00fcckgesto\u00dfenen Mutter, eines abgewiesenen Vaters ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ist uns das bewusst, wenn wir so gerne vom lieben Gott sprechen?<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Andacht&nbsp;gehalten \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/bibeln\/online-bibeln\/lesen\/LU17\/HOS.11\/Hosea-11\">Hosea 11,1-9<\/a> bei der regionalen Arbeitsgruppe des&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.aeu-online.de\/regionale-arbeitsgruppen\/muenchenbayern.html\">AEU M\u00fcnchen\/Bayern<\/a>&nbsp;am 28.04.2021)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geliebte AEU-Gemeinde, gerne reden wir doch vom lieben Gott, aber meinen wir damit dann den, von dem Hosea hier spricht? 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