{"id":424,"date":"2020-03-12T17:36:55","date_gmt":"2020-03-12T16:36:55","guid":{"rendered":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=424"},"modified":"2020-04-14T16:05:15","modified_gmt":"2020-04-14T15:05:15","slug":"wider-die-furcht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=424","title":{"rendered":"Wider die Furcht"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe AEU-Gemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ewenn die Leute sagen: Friede, Sicherheit!, dann wird urpl\u00f6tzlich das Verderben \u00fcber sie kommen wie die Wehen \u00fcber eine schwangere Frau. Und es wird kein Entrinnen geben.\u201c Denken Sie bei diesen Worten des Paulus eher an das Coronavirus oder an \u201eden Tag des Herrn\u201c?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die Gemeinde in Thessalonich steckt den Menschen die Furcht in den Gliedern angesichts von zur Unzeit Verstorbenen. Doch ist die Situation eine v\u00f6llig andere als unsere aktuell. Und es stellt sich die Frage, ob und was uns dieser Unterschied zu sagen imstande ist.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p>Paulus schreibt diese Zeilen an eine Gemeinde, die zutiefst verunsichert ist angesichts von Todesf\u00e4llen in ihrer Mitte \u2013 weil Br\u00fcder und Schwestern im Herrn den Tod geschmeckt haben vor der Zeit seiner min\u00fctlich erwarteten Wiederkunft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann das sein? Was ist mit ihnen nun? Werden wir sie wiedersehen? Oder hat sich die Pauluspredigt \u00fcber den auferweckten Herrn, der doch jeden T\u00e4ufling zu sich zieht, nun erledigt?<\/p>\n\n\n\n<p>Uns m\u00f6gen diese Fragen fremd erscheinen, weil wir schon l\u00e4ngst in der ein oder anderen Tradition stehen, die diese Fragen souver\u00e4n gekl\u00e4rt hat: nat\u00fcrlich sind unsere Verstorbenen bei Gott, nat\u00fcrlich werden wir sie wiedersehen, nat\u00fcrlich sind sie in unseren Herzen, nat\u00fcrlich h\u00f6ren und sehen sie uns. Das ist nur eine Auswahl der Antworten, die die Gewissheit eines Lebens nach dem Tode atmen, die Paulus dieser Gemeinde als Hilfestellung auf ihre Fragen mit auf den Weg gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nehmen uns diese Antworten die Furcht vor dem Tod mitten im Leben, eine Furcht, die die Menschen derzeit umtreibt, wenn sie die Ausbreitung des Coronavirus verfolgen, sich \u00fcber Risiken und Schutzma\u00dfnahmen informieren und selbst welche ergreifen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir uns dies fragen, mag es hilfreich zu sein, die Furcht in den Blick zu nehmen, die Paulus in dem Abschnitt seines Briefes thematisiert, den ich verlesen habe. Es ist nicht die Furcht vor dem Tod mitten im Leben. Es ist die Furcht, das Leben zu verpassen, das der auferstandene Herr erm\u00f6glicht, seinen Tag X v\u00f6llig zu verpennen \u2013 und dies wom\u00f6glich auch noch bei h\u00f6chster physischer und psychischer Lebendigkeit. Daher der Hinweis, nicht zu pennen, sondern wachsam und n\u00fcchtern zu bleiben, daher der Hinweis, den Schutzanzug des Glaubens und der Liebe und den Kopfschutz der Heilshoffnung zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Paulus redet offensichtlich von etwas anderem, das es zu bewahren gilt als das nackte physische \u00dcberleben, vor dessen Verlust wir uns angew\u00f6hnt haben, uns zu f\u00fcrchten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei wir doch wissen, so wie die Gemeinde in Thessalonich, dass Menschen sterben, dass das nackte \u00dcberleben einmal in Erde, Asche und Staub endet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte, wenn ich dies sage, mich um Gottes willen weder \u00fcber die Furcht vor dem Tode erheben noch dem irdischen Leben in spiritualisierender Weise seine W\u00fcrde nehmen. Das kann ich gar nicht, denn in unserer nackten Lebendigkeit hat Gott uns geschaffen. Aus Erde, Adama, und seinem Geist, Ruach, formte er jeden von uns als Adam und Eva.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, mir geht es vielmehr darum, gerade jetzt nicht aus dem Blick zu verlieren, was Paulus als Verhei\u00dfung verk\u00fcndet in diesem Abschnitt seines Briefes, der die heutige Tageslosung ist:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Denn uns hat Gott nicht f\u00fcr sein Zorngericht bestimmt, vielmehr sollen wir das Heil erlangen durch unseren Herrn Jesus Christus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was er den Thessalonichern schreibt, das k\u00f6nnen auch wir gut h\u00f6ren. Denn auch unser Leben und unser Vergehen stehen unter einer Hoffnung und Verhei\u00dfung, die viel st\u00e4rker und sicherer ist als alles, mit dem wir meinen, unser Leben retten zu k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen sprichw\u00f6rtlich die R\u00fcstung des Glaubens und der Liebe und den Helm der Heilshoffnung aufsetzen und uns geborgen und gesch\u00fctzt wissen, in Gesundheit und Krankheit, in Furcht und Gewissheit, in Trauer und in Freude.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr kommt und mit ihm das Leben, das uns verhei\u00dfen ist. Daher: F\u00fcrchtet euch nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Andacht \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/bibeln\/online-bibeln\/lutherbibel-2017\/bibeltext\/bibelstelle\/1.Thessalonicher%205%2C1-11\">1.Thessalonicher 5,1-11<\/a> gehalten bei der regionalen Arbeitsgruppe des <a href=\"https:\/\/www.aeu-online.de\/regionale-arbeitsgruppen\/muenchenbayern.html\">AEU M\u00fcnchen\/Bayern<\/a> am 3.3.2020)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe AEU-Gemeinde, \u201ewenn die Leute sagen: Friede, Sicherheit!, dann wird urpl\u00f6tzlich das Verderben \u00fcber sie kommen wie die Wehen \u00fcber eine schwangere Frau. 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