{"id":246,"date":"2015-08-13T14:52:31","date_gmt":"2015-08-13T13:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=246"},"modified":"2016-03-06T12:44:56","modified_gmt":"2016-03-06T11:44:56","slug":"das-trojanische-pferd-der-sachlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=246","title":{"rendered":"Das Trojanische Pferd der Sachlichkeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"Standa\"><b><!-- [if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--><\/b>Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Sage, in der erz\u00e4hlt wird, wie die Griechen die Stadt Troja eroberten. Sie bauten ein gro\u00dfes h\u00f6lzernes Pferd, stellten es vor den Eingang der bis dato uneinnehmbaren Stadt und t\u00e4uschten ihren Abzug vor. Die Trojaner, gierig oder neugierig, kassierten dieses Pferd ein. Sie ahnten jedoch nicht, was sie sich dabei an Land gezogen hatten. Denn im Bauch des Pferdes lauerten bis an die Z\u00e4hne bewaffnete Feinde. Diese schlugen mitten in der Nacht zu. Das Ende von Troja war besiegelt.<\/p>\n<p class=\"Standa\"><!-- [if !supportEmptyParas]--><!--[endif]-->Von \u201eTrojanischen Pferden\u201c oder \u201eTrojanern\u201c spricht man bis heute dann, wenn in etwas, was als sch\u00f6n, hilfreich oder gut erscheint, eine zerst\u00f6rerische Gefahr verborgen ist. Dieses Bild verwendet auch der Kommunikationspsychologe Schulz von Thun, um etwas zu illustrieren, was im Arbeitsleben tagt\u00e4glich geschieht. Er nennt es \u201edas Trojanische Pferd der Sachlichkeit\u201c.<!--more--><\/p>\n<p class=\"Standa\"><!-- [if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--> Das Arbeitsleben gilt gemeinhin als Sph\u00e4re der Sachlichkeit, der N\u00fcchternheit, der Aufgabenerledigung. Ist sie ja auch, aber eben nicht nur. Wo Menschen sind, da menschelt\u2019s. Und wo es menschelt, geht es nie nur um die Sache.<\/p>\n<p class=\"Standa\"><!-- [if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--> Die emotionale und soziale Dimension spielen immer eine Rolle: ob man sich eben \u201eriechen kann\u201c oder nicht, ob das Gegen\u00fcber einem schon mal \u201eauf den Schlips getreten\u201c ist oder \u201esch\u00f6ne Augen gemacht\u201c hat, ob einer mit seinem Anliegen \u201eauf die Nerven geht\u201c oder \u201eden Nerv getroffen\u201c hat, einem \u201ein den Ohren liegt\u201c oder \u201eetwas eingefl\u00fcstert\u201c hat \u2013 und welches \u201eAn-Sehen\u201c der andere genie\u00dft \u201e(\u201eSilberr\u00fccken\u201c, \u201eHerdentier\u201c oder \u201eS\u00fcndenbock\u201c). Unsere Sprache erinnert uns in solchen Ausdr\u00fccken an die sehr k\u00f6rperliche Seite der Dimensionen, die neben der Sachebene im Arbeitsleben eine Rolle spielen. K\u00f6rperlich deswegen, weil wir dann auch nicht einfach \u201eaus unserer Haut\u201c k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Standa\"><!-- [if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--> Wer dies nicht im Blick hat, wer es sogar in Bausch und Bogen ablehnt, dass es im Arbeitsleben auch emotional und k\u00f6rperbetont zugeht, dass Herzlichkeiten ausgetauscht und Nasen ger\u00fcmpft werden, dass die W\u00e4nde Ohren haben und auf den G\u00e4ngen Stolpersteine liegen, dass Spiele gespielt, B\u00fcndnisse geschlossen und Schlachten geschlagen werden, der l\u00e4uft Gefahr, genauso wie die Trojaner einfach \u00fcberrumpelt zu werden.<\/p>\n<p class=\"Standa\"><!-- [if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--> Daher ist es sinnvoll, diese Dimensionen in den Blick zu bekommen, hinnehmen und wahrnehmen zu lernen, dass sie nun <a name=\"_GoBack\"><\/a>mal da sind. Nur dann kann man ihnen das \u00dcberraschungsmoment nehmen. Nur dann kann man sich zu ihnen so verhalten, dass sie ihre zerst\u00f6rerische Kraft verlieren. Nur dann kann man auch tats\u00e4chlich bei der Sache bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Sage, in der erz\u00e4hlt wird, wie die Griechen die Stadt Troja eroberten. Sie bauten ein gro\u00dfes h\u00f6lzernes Pferd, stellten es vor den Eingang der bis dato uneinnehmbaren Stadt und t\u00e4uschten ihren Abzug vor. Die Trojaner, gierig oder neugierig, kassierten dieses Pferd ein. 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