{"id":233,"date":"2015-04-12T17:42:03","date_gmt":"2015-04-12T16:42:03","guid":{"rendered":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=233"},"modified":"2016-03-06T12:40:42","modified_gmt":"2016-03-06T11:40:42","slug":"233","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=233","title":{"rendered":"Erste und letzte Worte"},"content":{"rendered":"<p><em>Andacht zu<\/em><strong><em> Psalm 33 <\/em><\/strong><em>(s. <a title=\"Psalm 33\" href=\"http:\/\/www.die-bibel.de\/online-bibeln\/luther-bibel-1984\/bibeltext\/bibel\/text\/lesen\/stelle\/19\/330001\/339999\/ch\/7226598321333e85577d995d2ff05053\/\">hier<\/a> den Bibelabschnitt zum Nachschlagen)<\/em><\/p>\n<p>Liebe AEU-Mitglieder, liebe G\u00e4ste,<\/p>\n<p>\u201eEr muss immer das letzte Wort haben.\u201c Wenn man das \u00fcber jemanden sagt, ist das in der Regel nicht als Kompliment gemeint.<\/p>\n<p>Sie selbst wissen: es gibt oft genug Situationen, wo einer das letzte Wort haben muss, nicht zuletzt im Betrieb. Man kann lang und breit diskutieren \u00fcber Entscheidungen, man kann Optionen von allen Seiten beleuchten lassen. Man kann sich lang beraten und abw\u00e4gen. Irgendwann muss eine Entscheidung her \u2013 und einer muss dann eine Ansage machen, das letzte Wort haben.<!--more--><\/p>\n<p>Erst k\u00fcrzlich habe ich von einer gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Gesellschafterin einer gro\u00dfen Unternehmensgruppe folgendes Zitat geh\u00f6rt: \u201eEin Management-Team ist keine Selbsterfahrungsgruppe. Am Ende des Tages m\u00fcssen Entscheidungen gef\u00e4llt werden.\u201c<\/p>\n<p>Das letzte Wort muss fallen, damit alle wissen, wie es weiter geht. Es ist nat\u00fcrlich eine Frage der Macht, wer dieses letzte Wort f\u00e4llen kann.<\/p>\n<p>Und es ist eine hohe Verantwortung, dieses letzte Wort zu f\u00e4llen. Denn solche letzten Worte haben ja in der Regel deutliche Folgen f\u00fcr viele Menschen, im und um ein Unternehmen \u2013 und nicht notwendigerweise nur angenehme Folgen f\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n<p>Genauso wie letzte Worte eine Machtfrage sind, sind es erste Worte. Wer eine Idee platzieren kann, einen Anfang setzen kann, der hat gute Chancen, die Agenda der n\u00e4chsten Zeit zu bestimmen. Offensichtlich ist das im politischen Betrieb. Koalitionsvertr\u00e4ge sind so etwas wie erste Worte. Die Agenda wird gesetzt, um dann abgearbeitet zu werden. Der Rahmen steht \u2013 und alle k\u00f6nnen sich an die Arbeit machen.<\/p>\n<p>Erste und letzte Worte \u2013 an ihnen l\u00e4sst sich das Verh\u00e4ltnis von Freiheit und Verantwortung gut studieren. Nicht selten sind sie identisch. Sie sind letzte Worte eines langen Kl\u00e4rungsprozesses \u2013 und zugleich erste Worte, die einen neuen Weg beschreiben.<\/p>\n<p>Wer ein erstes Wort spricht, der setzt einen Anfang, der gibt einem wei\u00dfen Blatt Papier eine \u00dcberschrift und gibt damit das Thema vor, an dem alle anderen arbeiten.<\/p>\n<p>Ob es das rechte Thema zur rechten Zeit oder eine Themaverfehlung ist, ist dabei nicht gewiss. Es zeigt sich im Werden. Hierin liegt auch die gro\u00dfe Verantwortung dessen, der die \u00dcberschrift schreibt. Eine Verantwortung, die bisweilen an Verantwortungslosigkeit grenzt, weil niemand das Ma\u00df der Folgen tats\u00e4chlich \u00fcberschauen kann. Und trotzdem muss ein Anfang her.<\/p>\n<p>Wer das letzte Wort spricht, der gibt nicht nur die Richtung vor. Er schlie\u00dft auch andere Optionen aus. Er schlie\u00dft m\u00f6glicherweise bessere Wege aus.<\/p>\n<p>Es ist daher bemerkenswert, dass Gott durchgehend in der Bibel als der beschrieben wird, der das erste und das letzte Wort spricht. Gott setzt die Agenda \u2013 als der, \u201eder Himmel und Erde gemacht hat\u201c. Und er spricht das letzte Wort \u00fcber diese Welt, \u00fcber unser Leben \u2013 als der, \u201eder kommt zu richten die Lebenden und die Toten\u201c, der spricht: \u201eSiehe, ich mache alles neu.\u201c<\/p>\n<p>In Psalmen wie dem 33ten, den wir gerade gemeinsam gebetet haben, ist dieses Zeugnis Gottes komprimiert in einem Lied der Vergewisserung.<\/p>\n<p>Vergewissern m\u00f6gen sich die Betenden, dass dieser Gott einer ist, \u201ean dessen Heiligungsnamen man sich sichern kann.\u201c So \u00fcbersetzt Martin Buber den Vers 21 in diesem Psalm, den Luther so wiedergegeben hat: <em>\u201eWir trauen auf seinen heiligen Namen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Man kann sich sichern, wie ein Bergsteiger in un\u00fcbersichtlichem Gel\u00e4nde an diesem Namen, an diesem Gott, dessen Worte nicht Gewicht haben. Nein, sie sind die Schwergewichte, die allem anderen Halt geben, an dem alles andere h\u00e4ngt:<\/p>\n<p><em>Wenn er spricht, so geschieht&#8217;s; wenn er gebietet, so steht&#8217;s da.<\/em><\/p>\n<p>Ich frage mich, ich frage Sie, ob wir nicht diese Schwergewichtigkeit Gottes in unserem Leben immer wieder untersch\u00e4tzen \u2013 zu unserem eigenen Schaden.<\/p>\n<p>Offensichtlich war das Teil der Erkenntnis derjenigen, die diesen Psalm formuliert haben. Denn der Psalm beschreibt ja, was passiert, wenn man zu klein von Gott denkt und zu gro\u00df von den eigenen M\u00f6glichkeiten, unter anderem auch in dem Kontext des Verses, der heute Tageslosung ist. Da hei\u00dft es:<\/p>\n<p><em>Einem K\u00f6nig hilft nicht seine gro\u00dfe Macht; ein Held kann sich nicht retten durch seine gro\u00dfe Kraft.Rosse helfen auch nicht; da w\u00e4re man betrogen; und ihre gro\u00dfe St\u00e4rke errettet nicht.<\/em><\/p>\n<p>Worauf bauen wir in unserem Leben? Wessen erstes Wort, wessen Agenda gilt f\u00fcr uns? Und an wessen letztem Wort sichern wir unser Leben?<\/p>\n<p>Diese Fragen wirft dieser Psalm auf, wenn wir ihn beten \u2013 und erinnert uns daran, wie schwergewichtig Gottes Worte tats\u00e4chlich sind:<\/p>\n<p>Sie sind Zusagen, die gewiss gehalten werden.Sie sind sch\u00f6pferische Worte, die die F\u00fclle der G\u00fcte in diese Welt hauchen, die G\u00fcte, die \u00fcber und um uns ist. Sie sind Machtworte, die Gerechtigkeit und Recht schaffen. Sie sind Trostworte, die uns vom Tode erretten und Hilfe und Schild sind.<\/p>\n<p>An diesen Worten m\u00f6gen wir uns sichern, komme, was wolle, ein Leben lang.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andacht zu Psalm 33 (s. hier den Bibelabschnitt zum Nachschlagen) Liebe AEU-Mitglieder, liebe G\u00e4ste, \u201eEr muss immer das letzte Wort haben.\u201c Wenn man das \u00fcber jemanden sagt, ist das in der Regel nicht als Kompliment gemeint. 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