{"id":124,"date":"2013-10-02T15:21:16","date_gmt":"2013-10-02T14:21:16","guid":{"rendered":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=124"},"modified":"2013-10-03T18:33:40","modified_gmt":"2013-10-03T17:33:40","slug":"124","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bdacht.cooperatio.de\/?p=124","title":{"rendered":"CSR &#8211; Opfern als Investition?"},"content":{"rendered":"<p><i>So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. (Hebr 13,15f.)<br \/>\n<\/i><\/p>\n<p>Liebe AEU-Mitglieder, liebe G\u00e4ste,<\/p>\n<p>Corporate Social Responsibilty \u2013 das war und ist ein Thema f\u00fcr Unternehmen und Unternehmer.<\/p>\n<p>Gesellschaftliche Verantwortung haben Unternehmer schon immer gezeigt. Fugger, Krupp, Bosch oder Mohn \u2013 das sind nur ein paar der bekannteren Namen, die als Unternehmer auch Stifter waren.<!--more--><\/p>\n<p>Lieber Herr Dr. Schreiner (www.schreiner-group.de), mit Ihrem Wirken d\u00fcrfen auch Sie sich hier einreihen. Es zollt Respekt, wenn man als Unternehmer nicht nur das Wohlergehen seines Unternehmens im Blick hat, sondern auch das der Gesellschaft, in der man lebt.<\/p>\n<p>Dabei ist die Debattenlage um CSR heutzutage nicht ganz so einfach.<\/p>\n<p>Denn es wird darum gerungen, was \u00fcberhaupt unter CSR zu verstehen ist \u2013 und wie es zu bewerten ist. Es geht um Deutungshoheit.<\/p>\n<p>Am einen Rand der Debatte stehen die, die sagen, dass Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung schon dadurch tragen, dass sie ein ordentlich laufendes Gesch\u00e4ft haben. CSR \u2013 das ist nichts extra, das ist Kerngesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Denn Unternehmen, die erfolgreich sind, stellen Menschen an, die dort ihren Lebensunterhalt verdienen. Und sie sind gute Steuerzahler, wovon der Staat sich finanziert und die ganze Gesellschaft damit profitiert.<\/p>\n<p>Wer dar\u00fcber hinaus noch CSR betreibt, m\u00f6ge das tun, aber eine moralische Pflicht zu gesellschaftlichem Engagement bestehe einfach nicht. Bitte keinen Druck zum Gutmenschentum!<\/p>\n<p>Am anderen Rand der Debatte stehen die, die hinter jeder CSR-Aktivit\u00e4t nur White- oder Greenwashing sehen wollen. Das schmutzige Alltagsgesch\u00e4ft der Unternehmen werde durch aufgeblasene CSR-Aktivit\u00e4ten aufgeh\u00fcbscht. CSR wird also als reines Marketingtool entlarvt.<\/p>\n<p>Und dann gibt es viele, die es eher pragmatisch sehen.<\/p>\n<p>Wer etwa die \u00f6rtlichen Schulen in Projekten unterst\u00fctzt, der gibt vielleicht einen wichtigen Impuls f\u00fcr Sch\u00fcler, sich mehr anzustrengen und dadurch beim Schulabschluss mehr drauf zu haben \u2013 Sch\u00fcler, die sp\u00e4ter einmal als Lehrlinge im eigenen Betrieb landen, weil sie den wegen so eines Projektes schon mal kennen. In Zeiten des Fachkr\u00e4ftemangels kein dummer Gedanke.<\/p>\n<p>Was aber hat diese Debatte mit den Worten aus dem Hebr\u00e4erbrief zu tun, die ich eben vorgelesen habe?<\/p>\n<p>Nun, wenn es um die Deutungshoheit in politischen und gesellschaftlichen Debatten geht, geht es oft um die Frage der Motivation, auch der unterstellten Motivation \u2013 auch hier. Warum tut wer was Gutes?<\/p>\n<p>Was die Motivation der Christen f\u00fcr die guten Werke angeht, ist der Hebr\u00e4er eindeutig:<\/p>\n<p><i>Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.<\/i><\/p>\n<p>Gute Werke, die werden als Gott gef\u00e4llige Opfer beschrieben. Es gef\u00e4llt Gott, wenn wir Gutes tun und teilen.<\/p>\n<p>Das \u00fcberrascht nicht, wenn wir an die vielen Geschichten der Bibel und der christlichen Tradition denken, die vom Guten tun und vom Teilen sprechen.<\/p>\n<p>Denken Sie an den heiligen Martin, dessen Geschichte in den n\u00e4chsten Wochen wieder in Kinderg\u00e4rten und Schulen vorgetragen wird und dabei als eine Art Einf\u00fchrung in die christliche Ethik praktisch nachvollzogen wird.<\/p>\n<p>Manchen mag es aber \u00fcberraschen, dass hier von einem \u201eOpfer\u201c die Rede ist. Nat\u00fcrlich wissen wir, dass Gutes tun und Teilen in der Regel ihren Preis haben.<\/p>\n<p>Dem heiligen Martin zog sicherlich die Winterk\u00e4lte ordentlich in die Glieder, als er seinen Mantel mit dem Bettler geteilt hatte.<\/p>\n<p>Sind solche \u201eOpfer\u201c aber gew\u00fcnscht, um Gott gef\u00e4llig zu stimmen?\u00a0 Man muss aufpassen, hier nicht einer Opferlogik zu folgen, die uns in die Irre f\u00fchrt, die aber allgegenw\u00e4rtig ist.<\/p>\n<p>Es ist die Logik des Opferns als Investition. Wie man fr\u00fcher im Tempel Speis- und Trankopfer darbrachte, um die Gottheit f\u00fcr die eigenen Vorhaben wohlgef\u00e4llig zu stimmen, so tut man heute Gutes, um das eigene Umfeld wohlgef\u00e4llig zu stimmen. Und wenn zum eigenen Umfeld der Herrgott geh\u00f6rt, umso besser.<\/p>\n<p>Das ist hier aber nicht gemeint. Warum, erl\u00e4utert der erste Vers:<\/p>\n<p><i>So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.<\/i><\/p>\n<p>Beim Nachdenken \u00fcber diesen Vers ist mir eine Lokalgr\u00f6\u00dfe der Literatur in den Sinn gekommen &#8211; der M\u00fcnchner im Himmel, der auf seiner Wolke sitzend stetig sein Lobopfer bringt: \u201eLuja, sog i\u201c.<\/p>\n<p>Nun ja, diese Karikatur f\u00fchrt uns auf Umwegen auf die Spur dessen, was im Hebr\u00e4erbrief unter \u201eOpfer\u201c zu verstehen ist. Denn\u00a0 der M\u00fcnchner im Himmel spult allzu irdisch und eher sinnentleert sein Pflichtprogramm ab. Ob daher seine Wolke \u00fcberhaupt im Himmel sein kann, halte ich f\u00fcr fragw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Denn der Himmel, das ist der Ort und die Zeit der g\u00f6ttlichen Gegenwart. Im Himmel, da erfahren wir Gottes Wirken und die Konsequenzen dieses Wirkens an uns.<\/p>\n<p>Dieses Wirkens ist angezeigt im gerade genannten Vers.<\/p>\n<p>\u201eDurch ihn\u201c hei\u00dft es da, \u201edurch Jesus Christus lasst uns Gott allezeit das Lobopfer darbringen\u201c.<\/p>\n<p>In Jesus Christus kommt der Himmel auf die Erde, kommt der Himmel zu uns. In ihm wird uns ersichtlich, wer dieser Gott im Himmel ist \u2013 ein Gott,\u00a0 der sich f\u00fcr uns kompromisslos hingibt, der Tod und Teufel in Bewegung setzt, damit unser Leben gelingt, der uns alles gibt, was wir brauchen.<\/p>\n<p>Braucht, ja, will so ein Gott \u00fcberhaupt Opfer, die ihn wohlgef\u00e4llig stimmen? Oder ist es nicht eher so, dass wir zuerst zu verstehen haben, dass dieser Gott uns prinzipiell, von Anbeginn, wohl gesonnen ist?<\/p>\n<p>Wenn wir das von Herzen verstehen, werden wir da nicht diesem Gott einfach dankbar sein und diesem Dank Ausdruck verleihen? Und werden wir da nicht Gutes tun wollen \u2013 weil wir dankbar sind, dass uns so viel Gutes widerfahren ist?<\/p>\n<p>Solche Opfer sind keine Opfer im herk\u00f6mmlichen Sprachgebrauch. Es sind Opfer, die das Himmelreich unter uns gegenw\u00e4rtig werden lassen. Es sind Opfer, mit denen Gott in seiner wahren Gr\u00f6\u00dfe und G\u00fcte unter uns Menschen bekannt wird.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n, wenn unter diesen Opfern auch die eine oder andere CSR-Aktivit\u00e4t eines Unternehmens ist.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. (Hebr 13,15f.) 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